Was wir machen


Unser Projekt hat sich als zentrale und verbindende Elemente den Fluss "Bocholter Aa" und den Bocholter Aa-Radweg ausgesucht.

 

In einem Abstand bis zu circa 1 km, rund um den Radweg, werden wir die Region Bocholter Aa gemeinsam mit den Akteur:innen der Region biodiverser gestalten.

 

Dafür möchten wir mit Bürger:innen, Vereinen und der Landwirtschaft zusammenarbeiten.

 

Melden Sie sich gern, wenn Sie sich an unserem Projekt beteiligen möchten!


Projektelemente


Saatgutmischung

Hier wollen wir mehr Informationen zu unserer Saatgutmischung geben, denn diese bildet eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von biodiversen Blühstreifen. Unsere Saatgutmischung ist in Zusammenarbeit mit Saaten Zeller entstanden. Die Mischung wurde somit eigens für uns produziert. Für die Zusammenstellung der Mischung sind Informationen aus den Kommunen, mehrere Beratungen der biologischen Station und grundlegende Informationen vom LANUV NRW (Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) eingeflossen.

 

Dabei herausgekommen ist eine Saatgutmischung mit Pflanzen, die bis in die 1950er Jahre in unserer Region natürlich vorgekommen sind. Es handelt sich dabei um eine zertifizierte Regionalsaatgutmischung mit Wildpflanzensamen aus der Region UG2 (Umsetzungsgebiet 2) Westdeutsches Tiefland mit unterem Weserbergland. Deutschland ist grundsätzlich in 22 Herkunftsregionen unterteilt. Da diese Gebiete in regionale Betrachtung trotzdem relativ weitläufig sind, haben wir durch die Beratung der biologischen Station Zwillbrock, Saaten Zeller und die Dokumente des LANUV NRW eine noch spezifischere Mischung entwickelt. Jene enthält typische Pflanzen aus der Region Münsterland.

Dabei haben wir eine Mischung aus einjährigen und mehrjährigen Pflanzen, die einen Mehrwert für die heimische Tierwelt darstellen.

Ihr fragt euch sicher, was der Unterschied zu den im Supermarkt Supermarkt oder Baumarkt verkauften Mischungen ist? Die dort enthaltenen Pflanzen und Samen stammen oft nicht aus der Region und sind oft einjährig. So kommt es dazu, dass unsere heimische Flora immer mehr verschwindet. Artenreiche und vor allem heimische Blühstreifen existieren nur noch selten und dem wollen wir entgegenwirken.

 

Jede Insektenart hat verschiedene Unterarten, welche sich prinzipiell sehr ähnlich sehen, aber dennoch kleine aber feine Unterschiede aufweisen. Dazu gehören auch speziell angepasste Rüssel und Mundwerkzeuge für unsere heimischen Blumen. Um diese Artunterschiede zu erhalten, ist es wichtig auch die verschiedenen Blumen in den Regionen zu erhalten.

 

So bietet z.B. die in der Mischung enthaltene weiße Lichtnelke für langrüsselige Nachtfalter wie Eulen und Schwärmer – kleinere Insekten kommen nicht an den Nektar heran – eine optimale Nahrungsquelle. Diese seht ihr zusammen mit unserem Saatgutsack rechts im Bild.

 

Hier findet ihr die Erklärung zum Regiosaatgut und eine Karte mit den Herkunftsregionen von unserem Partner "Saaten Zeller".

Hier könnt ihr die genaue Zusammenstellung der Saatgutmischung herunterladen.

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Sondermischung_LEADER-Projekt_offiziell.
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Artenvielfalt ? Warum ?

Zunächst ein paar Fakten:

  • Von den geschätzt acht Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit sind rund eine Millionen vom Aussterben bedroht. Das Ausmaß des Artensterbens war in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß wie heute - und die Aussterberate nimmt weiter zu
  • Bis zu einer Million Arten sind vom Aussterben bedroht, viele davon innerhalb der nächsten Jahrzehnte.
  • Mehr als 500.000 (etwa 9 Prozent) der Landtiere (weltweit schätzungsweise 5,9 Millionen Arten) haben nicht genügend Lebensraum zur Verfügung, um langfristig ohne dessen Wiederherstellung zu überleben.

Quelle: stern; Weltbericht zum Artensterben: Das sind die erschreckenden Zahlen und Fakten, 06.05.2019

 

Dieses Arten hat auch für den Menschen dramatische Folgen. Was das im Detail bedeutet und was wir dagegen tun können, möchten wir in den folgenden Zeilen beleuchten:

Dadurch, dass immer mehr Arten aussterben, sind die verbleibenden Arten um ein vielfaches anfälliger für verschiedene Krankheiten und Schädlinge. Anhand des Waldsterbens lässt sich gut veranschaulichen welchen Einfluss der Klimawandel in Kombination mit Monokulturen (eine einzige angepflanzte Pflanzenart) hat. Durch den Klimawandel bleiben zunächst ein paar dominante Arten erhalten, die sich durchsetzen. Jene haben jedoch wie jede Tier- und Pflanzenart Toleranzbereiche gegenüber bestimmten Umwelfaktoren. Der Borkenkäfer und andere Schädlinge konnten die sehr trockenen Zeiträume in den vergangenen Jahren dafür nutzen, sich zu verbreiten. Innerhalb von einer Art können sich gut angepasst Schädlinge und Krankheiten sehr gut verbreiten und in kurzer Zeit hohen Schaden anrichten, unter anderem weil der genetische Pool in einer Monokultur klein ist. Wegen der Trockenheit der vergangenen Jahre ist in den Wäldern in Deutschland deutlich mehr Schadholz angefallen. Mit 60,1 Millionen Kubikmetern war die Menge im vergangenen Jahr fast fünf Mal so groß wie im Jahr 2015, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damals waren es 12,9 Millionen Kubikmeter. Dadurch sind auch die Wälder viel gefährdeter selbst von dieser Erde zu verschwinden (Quelle:  tagesschau, Viel Schadholz durch Insektenbefall, 04.08.21).

 

Blühstreifen

Zusammen mit der Landwirtschaft möchten wir artenreiche Blühstreifen/Blühflächen errichten. Diese wirken dem Artensterben entgegen und sorgen ganz nebenbei für einen tollen optischen Effekt. Die Entwicklung dieser Streifen möchten wir festhalten und mit Fotos und ökologischen Untersuchungen dokumentieren.

 

Uns liegt die Zusammenarbeit mit der regionalen Landwirtschaft dabei am Herzen. Weitere biodiverse Maßnahmen, wie Anpflanzungen von Bäumen, Sträuchern und Hecken werden mit den Landwirt:innen gemeinsam festgelegt und hängen dabei von der Größe des Streifens ab.

 


Dieser Fall zeigt, dass es unheimlich wichtig ist, die verschiedenen Arten zu erhalten und Monokulturen zu vermeiden. So kann unsere Umwelt und unser Nahrungssystem, welches auf dem vorhanden sein von gesunden Wäldern, bestäubenden Bienen und gesunden Meeren/Flüssen aufgebaut ist, weiter existieren. Es erhält sich somit die Eigenschaft sich an Naturkatstrophen, Krankheiten und anderen Umwelteinflüsse anzupassen.

 

"Wenn in den kommenden Jahrzehnten jede zehnte der heute schätzungsweise sieben Millionen Tierarten und einer Million Pflanzenarten auf der Erde verschwindet, hat das unvorhersehbare Konsequenzen. Bestehende Ökosysteme werden grundlegend gestört, Nahrungsnetze brechen zusammen. Letztlich bedroht das auch die Existenz des Menschen.“ - Matthias Glaubrecht. (Quelle: Universität Hamburg, "Das Artensterben bedroht die Existenz der Menschen", 02.05.2019)

 

Was aber passiert, wenn weitere Arten von unserem Planeten verschwinden?

 

Durch das Zusammenbrechen des unteren Teils der Nahrungskette brechen ganze Sektoren in der Versorgung zusammen, die Obstbaumplantagen sind nur ein Bespiel, das man kennt. Bilder die in China gemacht wurden, wo Menschen mit einem Pinsel versuchen, die Rolle der Bienen zu ersetzten sind um die Welt gegangen (Quelle: https://www.3sat.de/wissen/nano/menschliche-bienen-100.html, besucht am: 12.10.21). Sind Menschen etwa die besseren Bienen? Wohl kaum. Ein Gramm Pollen benötigt jede menschliche Biene, um einen Baum zu bestäuben. Am Tag schafft jeder Arbeiter, etwa dreißig Obstbäume auf den Plantagen zu bestäuben. Zum Vergleich: Ein Bienenvolk kann pro Tag bis zu 300 Millionen Blüten bestäuben – ein beachtlicher Unterschied. Für dieselbe Arbeitsleistung bräuchte man mehr als 1500 Menschen. (Quelle: https://www.bee-careful.com/de/initiative/menschliche-bienen-china/, besucht am 12.10.21).

 

Es liegt daher an den Menschen, den Klimawandel zu verlangsamen um den Tieren und Pflanzen die Chance zu geben sich an die Veränderungen anzupassen und diese nicht zu schnell und zu drastisch werden zu lassen. Ebenso ist dabei eine genetische Vielfalt innerhalb der Arten entscheidend und die Lebensräume müssen erhalten werden. Für die heimischen Wälder bedeutet es zum Beispiel wieder mehr Mischwälder zu pflanzen (Quelle: https://www.planet-wissen.de/natur/umwelt/waldsterben/index.html, besucht am 12.10.21).


Sinnesroute

Wir möchten biodiverse Standorte innerhalb unseres Projektraumes unterstützen.

 

Dabei stehen wir z.B. in Kontakt mit dem Fischereiverein Gemen-Burlo-Gelsenkirchen e.V. und dem Heimatverein Velen Ramsdorf. Die Akteur:innen der Region kommen dabei häufiger mit einer Idee auf uns zu und wir schauen gemeinsam, wie wir Ihr Vorhaben am besten unterstützen können. Dabei sollen zusätzlich zu Informationstafeln auch Elemente wie Beobachtungsmöglichkeiten oder Rastoptionen aufgestellt werden. So wollen wir die Kommunen konzeptionell miteinander verbinden.

 

 


Weitere Ideen

Wie die Region selbst, sprudeln wir vor Ideen. Darunter sind der Bau von Insektenhotels, die Gestaltung von privaten Gärten, der Bau von Trockenmauern oder auch die Gestaltung von Flächen in der Innenstadt der Kommunen . Welche davon wir umsetzen können, überprüfen wir gerade.

 

Falls Ihr Ideen und Vorschläge habt, kommt gerne auf uns zu. Wir freuen uns, von Euch zu hören.