Aktionsflächen - Wo passiert was?


Borken - Rhedebrügge

An diesem Standort arbeiten wir als Projekt zusammen mit der Landwirtschaft und dem Kreis Borken.

Die Rolle der Landwirtschaft

Die Konkurrenz mit einem globalen Agrarmarkt führen zu niedrigen Lebensmittelpreisen im Einzelhandel, da die Herstellungsvorgaben und die Löhne im EU-Ausland häufig niedriger sind als in Deutschland. Das zwingt die vor Ort produzierenden Landwirt:innen dazu ihre Produktion so zu optimieren, dass sie zu den Weltmarktpreisen produzieren können. Dazu gehört auch die optimale Flächenausnutzung. Sprich, möglichst alles muss der Produktion dienen und dort sollte dann auch der optimale Ertrag geerntet werden. Das führt zu Monokulturen und dem Einsatz von chemischen Dünge- und Spritzmitteln

 

Der Schritt, sich zusätzlich eine eigene Vermarktung aufzubauen welche losgelöst vom Weltmarkt funktioniert und Spielraum für die eigene Handlungsfähigkeit einräumt, bedarf viel Courage und auch ein gewisses Talent für den Verkauf der eigenen Waren.

 

Wie das gelingen kann, können wir am Beispiel des Betriebes Te-Rhedebrügge sehen, welcher den hier dargestellten Blühstreifen entlang der Bocholter Aa ausgesät hat. Hier wurde unser Regiosaatgut verwendet um am Uferrand der Bocholter Aa Schleife einen Blühstreifen anzulegen, welcher dem Artensterben entgegenwirken und Futter für die Insekten liefern soll.

 

Wir haben das Saatgut gestellt und der Landwirt die Maschinen, daher haben wir gemeinsam unsere Informationschilder aufgestellt.

 

Gegenüber von diesem Schild befindet sich der wilde Blühstreifen mit regionalen Pflanzen und Tierarten. Dieser dient als ökologischer Puffer zu dem Gewässer der Bocholter Aa und als Futter, sowie Überwinterungsquartier für verschiedenste Insektenarten.

 

 


Die Rolle des Kreis Borken

Die Bocholter Aa wurde schon in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts in den jetzigen Zustand ausgebaut und begradigt. Darum sieht man kaum noch etwas vom ehemals mäandrierenden Verlauf des sandgeprägten Tieflandflusses . Es fehlen Nahrungsgrundlagen und Lebensräume, dieses macht die Bocholter Aa ökologisch unattraktiv und führt zu der Gütebewertung „unbefriedigend“.

 

Totholz bringt Leben in die Aa

 

Totholz bestimmt unmittelbar die strukturelle und ökologische Vielfalt in Fließgewässern. Ohne Strukturelemente sind Fische und Makrozoobenthos in ausgebauten Fließgewässern ihren Fressfreinden schutzlos ausgeliefert. Totholz trägt zur biologischen Vielfalt der Bocholter Aa bei und bietet vielen Fischen und deren Nährtieren eine Lebensgrundlage. Durch den Kreis Borken wurden hier Wurzelstubben in die Aa gebaut. Unterstützt wurde er hierbei durch das Land NRW (Quelle: Kreis Borken).

 

Blühstreifen?

 

Fotos: Kreis Borken.


Weiterer Zweck & Pflege des Uferrandstreifens

Blühstreifenpflege & Hochwasserschutz

 

Nicht nur als Nahrungsquelle soll dieser Streifen dienen, sondern auch als Rückzugs und Überwinterungsquartier für Falter, Käfer und Co.. Dafür ist es extrem wichtig, dass holzige Stängel über den Winter stehen gelassen werden um einen Unterschlupf für z.B. Marienkäfer und Florfliege zu bieten (Quelle: https://bremen.nabu.de/natur-erleben/garten/gartentipps/26975.html, besucht am 12.10.21)

 

Dafür ist es wichtig, dass der Streifen zum Winter hin gar nicht oder nur sehr hoch > 40 cm abgemäht werden sollte, um genügend Überwinterungsquartiere für die Bewohner:innen des Streifens zu erhalten.

 

Später im Frühjahr kann dann das natürliche Insektenhotel zurückgeschnitten werden um Platz für die Blüten darunter zu machen.

 

Wir haben uns im ersten Jahr dazu entschlossen einen hohen Schnitt durchzuführen, da durch ein zu hohes Aufkommen einzelner Arten, die gesamte Biodiversität auf dem Streifen gefährdet war. Durch eine schonende und angepasste Pflege kann der natürliche Lebensraum der Wildwiese, welcher in den letzten Jahrzehnten immer weiter zurück gegangen ist erhalten bleiben.

 


Selfie-Point

 

Der Standort soll durch seine besondere Lage die Vernetzung von Ökologie, Landwirtschaft und öffentlichem Leben verstärken und auch modellhaft darstellen. Hier soll mit Hilfe der verschiedenen lokalen Akteur:innen im Außenbereich Biodiversität geschaffen, geschützt und für die Öffentlichkeit unter dem Aspekt der Umweltbildung erlebbar gemacht werden. Außerdem soll die Fläche in Kombination mit dem Blühstreifen einen Schwerpunkt in der Umsetzung des Konzeptes zum Vorgehen im Außenbereich darstellen. Die Fläche soll durch Ihre vielfältigen Akterur:innen, welche an deren Gestaltung mitgearbeitet haben ein Leuchtturmprojekt zur Verknüpfung der lokale Akteur:innen darstellen.

 

 

Der entstehende Selfie-Point soll Besucherinnen der Bocholter Aa Radweges anlocken und den Tourismus in der Region stärken. Gleichzeitig soll durch angebrachte Schilder die Aufklärung über Biodiversität in der Region und wie man sie schützen kann ein Beitrag zur Umweltbildung geleistet werden.